Das Geheimnis von Epirus
Entdeckungen hinter den Bergen.

Stichworte
Nordgriechenland, Epirus, Vikos-Schlucht, Natursteinhäuser, Papingo, Zagoria, Rafting, Bergwandern
Anreise: Fährverbindungen von Italien nach Korfu und Igouminitsa, Busse nach Ionnanina und vereinzelt zu den Zagoriadörfern, sonst Taxi. Beste Reisezeit ist Mai bis Oktober.
Siehe auch die Vertäglich Reisen Anreisetipps - Griechenland ...
Bücher und Karten: Reiseführer Nord- und Mittelgriechenland, Michael Müller Verlag; DuMont Richtig Reisen Griechenland Festland & Peloponnes, MairDuMont Verlag.
Topographische Wanderkarten von Anavasi (Maßstab 1:50 000) zu verschiedenen Regionen (www.mountains.gr) gibt es vor Ort.
Unterkünfte: Wanderer können in vielen Dörfern in Epirus in kleinen Pensionen übernachten, Infos unter www.guestinn.com, www.agrotravel.gr, www.zagori.info. Einen deutschsprachigen Führer zu Unterkünften auf dem Land in Epirus vertreibt Golden Memories Tourism (www.goldenmemories-tourism.de), weitere Bände gibt es zu Thessalien und dem Peloponnes.
Veranstalter: Wanderreisen nach Nordgriechenland bieten zum Beispiel die Veranstalter Natur und Kultur Wanderreisen, Culterramar und Tagwerk Ökoservice an. Martin Frank organisiert Wandertouren auf griechischen Inseln (www.inselwanderungen.de). Auf Aktiv- und Familienurlaub auf Korfu und Chalkidiki spezialisiert ist Corfelios Reisen
(Siehe auch unsere Infoseite Reiseveranstalter für Griechenland)
Die wenigsten Besucher, die mit der Fähre von Italien kommend im Hafen von Igouminitsa landen, planen einen Abstecher in diesen urwüchsigen Teil Griechenlands, der sich von der Küste des Ionischen Meers hinauf ins Pindosgebirge bis zur albanischen Grenze erstreckt. Dabei lockt in Epirus eine imposante Bergwelt mit über 2500 Meter hohen Gipfeln, die viele Möglichkeiten für Wanderungen, Bergtouren oder Reitausflüge bietet. Ungezähmte Bergbäche wie Voidomatis und Aoos laden zu Kajakfahrten oder Rafting ein. Eine weitere Besonderheit sind die Zagoria-Bergdörfer mit ihren traditionellen Natursteinhäusern, in die seit einigen Jahren wieder Leben einzieht.
Zagoria (slawisch) bedeutet "hinter den Bergen". Nicht zu Unrecht: Diese 46 alten Orte nördlich von Ioannina – die ersten entstanden im 10. Jahrhundert – blieben aufgrund ihrer Abgeschiedenheit von Überfällen weitestgehend verschont, letztendlich aber nicht von Armut und Landflucht. Noch heute sind sie über die ehemaligen Handelswege mit den typischen gemauerten Rundbogenbrücken wie zum Beispiel bei Konitsa oder Klidonia miteinander verbunden. Seit den 1980er-Jahren entdecken mehr und mehr griechische Urlauber die Gegend und renovieren die einst gepflegten prächtigen Natursteinhäuser mit ihren Schindeldächern und Holztoren. Auch der Staat unterstützt die nachhaltige Entwicklung der Dörfer. Frühere Bewohner kommen zurück und eröffnen in den alten Mauern eine Taverne oder eine Pension. Auf den mit mächtigen Platanen bestandenen Dorfplätzen treffen sich Bewohner und Besucher, einheimische wie ausländische.
Monodendri und Papingo zählen zu den bekanntesten Orten, nicht zuletzt wegen ihrer einmaligen Lage im Vikos-Aoos-Nationalpark. Hier ist fast ein Drittel der griechischen Pflanzenwelt heimisch, auch die Fauna erweist sich als äußerst artenreich, dazu zählen Wildkatzen, Braunbären und Wölfe. Zu Gesicht bekommen wird man eher die majestätischen Adler oder Gänsegeier. Als Highlight für Wanderer gilt die Durchquerung der Vikos-Schlucht, dem Grand Canyon Griechenlands. Bis zu 700 Meter tief zieht sich die Schlucht auf einer Länge von zehn Kilometern von Monodendri bis zur Quelle des Voidomatis. Hier hat man die Wahl: entweder nach Vikos aufsteigen oder nach Mikro Papingo, dem kleinen, noch ursprünglichen Nachbarort von Papingo. Grandios ist auch der Weiterweg hinauf zur bewirtschafteten Schutzhütte von Astraka und zu den Drachenseen. "Der Legende nach sollen hier Drachen miteinander gekämpft haben, tatsächlich sind aber nur Frösche anzutreffen, die ein wenig wie kleine Drachen aussehen", erzählen die Einheimischen. Darüber erhebt sich majestätisch der höchste Gipfel des Nationalparks, der Gamila (2497Meter), krönender Abschluss einer der vielen Trekkingmöglichkeiten der Region. Er macht seinem Namen Kamelrücken alle Ehre.
VR 2008, Dorothee Kern
