Die Luxemburger Ardennen
Wälder, Wasser, Weite: zweimal Naturpark

Stichworte
Naturpark, Ardennen, Luxemburg
Zwei Naturparke, vier Jahreszeiten: Der Fotograf Raymond Clement hat die Landschaft rund um Stausee Obersauer und an der Our entlang ein Jahr lang mit der Kamera beobachte (© Foto: Raymond Clement)
Regionales Verkehrsamt der Luxemburger Ardennen, Wiltz
Tel.: +35226950566
Wandern: Die Naturparke Our und Obersauer haben auf Basis von GPS-Geräten digitale Naturparkführer entwickelt. Sie begleiten die Besucher auf den Naturpfaden und vermitteln viel Wissenswertes über die Region. Die Touren starten von Esch-sur-Sūre (7,3 km) und von Clervaux (2,6 km).
Naturparkzentrum Our, Hosingen
Tel.: +352908188 -1,
www.naturpark-our.lu,
webgis.naturpark-our.lu
Naturparkzentrum Obersauer
Esch-sur-Sūre, Tel.: +352899331 -1
www.naturpark-sure.lu
Übernachten: Vianden ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen im Ourtal. Das zentral gelegene Hotel Petry bietet mit Wellness und Schwimmbad ein gutes Erholungsprogramm für müde Wanderer. Nach Zimmer mit Schlossblick fragen!
www.hotel-petry.com
Raymond Clement (Fotograf): Ein Fotobuch, das schon beim Blättern Lust auf die Ardennen macht - in Frühlingsblüte oder von Reif überzogen.
Raymond Clement: Öewersauer & Our, Editions Schortgen 2011
Naturpark Our
Christian Kayser steht unter Strom. Er möchte so gerne die innovative Wechselausstellung in seinem nagelneuen Naturparkzentrum demonstrieren. Aber vieles funktioniert noch nicht so, wie er das gerne hätte. Aber egal: Der Leiter des Naturparks Our in den Luxemburgischen Ardennen kann auch ohne Hilfsmittel so anschaulich erzählen, dass man auf elektronische Medien gerne verzichtet. Naturpark, das ist für ihn kein Schutzraum, in dem Menschen nichts verloren haben, sondern Lebensraum, in dem der Besucher Erholung findet und die über die Grenzen in die Nachbarländer reichende Natur der Luxemburgischen Ardennen erleben kann.
Dafür werden im Naturpark Our vier Naturpfade komplett neu ausgewiesen und beschildert. Das sind Wanderwege, die von Städtchen wie Vianden aus in die Natur des Ourtals führen teils direkt an der Our entlang und teils durch die lichten Laubwälder auf den Höhenzügen, die sich auf Luxemburger und deutscher Seite rechts und links der Our erstrecken. Einladende Gasthöfe, gute Bus- und Bahnverbindungen nach Deutschland und in die luxemburgische Hauptstadt, engagierte Hoteliers und Städtchen wie Vianden, die zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert sind, machen die Ardennen zur idealen Wanderregion.
Naturpark Obersauer
Produkte vom See: Während der Naturpark Our vor allem auf Wandern und sportliches Mountainbiken setzt, baut der zweite Ardennen-Park, der Naturpark Obersauer, gerade die Fahrradinfrastruktur für Genussradler aus. Acht Hoteliers, die seit zwanzig Jahren Erfahrung mit Wandertouren ohne Gepäck sammeln, bieten nun auch "Kulinarische Radtouren" von Hotel zu Hotel an. Ron Streumer, Besitzer des Hotels de la Sūre in Esch-Sauer, ist einer von ihnen. "Wir können uns auf die Wünsche der Gäste ganz individuell einstellen", verspricht er. Gepäcktransport, individuelle Routenempfehlung, Leihräder, Kartenmaterial und ein Pannen- und Abholservice gehören für ihn selbstverständlich dazu. Aber auch ganz individuelle Wünsche werden berücksichtigt. Da die Tourenradler während ihres Aufenthalts mehrmals das Hotel wechseln, erfordert dies eine besonders intensive Kommunikation zwischen den Gastgebern. "Mit dem Gepäck geben wir die Information zu den Gästen ans nächste Hotel weiter", verrät Streumer. "Lebensmittelunverträglichkeiten, Sonderwünsche zum Lunchpaket, aber natürlich auch das Menü vom Vorabend, damit sich die Speisekarte nicht wiederholt."
Wandernde und radfahrende Gäste können sich tagsüber schon auf das Abendessen mit Spezialitäten der Luxemburger Küche freuen. Einige der beteiligten Hotels setzen bevorzugt Naturpark-Produkte ein, die über das Gütesiegel "vom See" (luxemburgisch: "vum Sei") gemeinsam vertrieben werden. Das sind Fleisch, Dinkel, Kartoffeln, Kräuter und Tee, aber natürlich auch Gemüse aus der Region. "Wir freuen uns, wenn viele Hoteliers Naturpark-Produkte in ihrer Küche verwenden", sagt Christine Lutgen, Leiterin des Naturparks Obersauer. Die Gäste, die nach einer Radtour in einer der Mini-Brauereien der Ardennen auf ein erfrischendes Bier einkehren oder abends das typisch luxemburgische gusseiserne "Pfännchen" mit Fleisch und Gemüseragout serviert bekommen, wissen zu schätzen, dass sich die Naturparke für den Erhalt lokaler Sorten stark machen. "Einkehren gehört zum Naturerlebnis", sagt Regionalberater Lothar Wilhelm, der schon Moselland und Müllerthal unterstützt hat. Wer in der Natur unterwegs ist, möchte wissen, wie die Region schmeckt.
VR 2012, Regine Gwinner

