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Un café, por favor!
Ausgehen in Nordspanien. A Coruńa eine der schönsten Städte Galiciens.


Luftgetrockneter Schinken ist in ganz Spanien eine Spezialität und passt gut zu Wein oder Bier. (Foto: fotolia.com)
"WWas isst man hier so?", fragt ein Gast. Der Chef der kleinen Jamonería in der Altstadt von A Coruńa verkneift sich ein Schmunzeln. Er dreht die Augen zur Decke, wo hunderte saftiger Schweineschenkel zum Trocknen hängen. "Schinken", antwortet er. Dann bringt er die Getränke, einen Korb mit frischem Landbrot und eine Riesenplatte mit Schinkenröllchen und Käsewürfeln. An den wenigen anderen Tischen im Raum sitzen Familien aus der Nachbarschaft, Kollegen, die von der Arbeit kommen, oder Freunde, die ein Glas Wein oder Bier trinken, bevor sie zum Abendessen nach Hause gehen. Man trinkt, diskutiert und isst Schinken. Wer sich an die Einheimischen hält, macht auf jeden Fall nichts falsch.
A Coruńa ist eine der schönsten Städte Galiciens. Trotzdem trifft man hier kaum Touristen. Wie nebensächlich die Rolle des Auslandstourismus in der Region ist, zeigt der Gang an einen Geldautomaten. Auf Kastilisch ("castellano", wie die Spanier selbst ihre Hauptsprache nennen), wird der Kunde aufgefordert, "seine" Sprache zu wählen. Als Auswahl bietet ihm die international tätige "Banco de Santander" Galizisch, Katalanisch, Baskisch, Castellano und als letzte Option Englisch an.
Wer diese Hürde genommen hat, stürzt sich am besten direkt in den Alltag. Das klappt auch ohne Sprachkenntnisse. "Un café, por favor!" Das Frühstück im Café ist für viele Spanier der ganz normale Start in den Alltag. An der Bar einen Café zu trinken, ein Croissant oder eine Tostada zu essen, dabei einen Blick in die Tageszeitung zu werfen und die neuesten Ungeheuerlichkeiten der Zentralregierung in Madrid zu kommentieren, gehört zu den Grundrechten,von denen jeder Spanier gerne Gebrauch macht. Ein kleines Frühstück ist für unter 3 Euro zu haben. Dafür lohnt es sich kaum, die Kaffeemaschine in Betrieb zu nehmen. Auch sonst ist Ausgehen in Nordspanien eher günstig. Daher findet ein Großteil des Essens und Trinkens zu jeder Tageszeit in Cafés, Bars, Kneipen oder Restaurants statt. Wer sich an die Einheimischen hält, macht auf jeden Fall nichts falsch.
Regine Gwinner


