Flugreisen gehören für viele Menschen zum Reisen dazu. Gleichzeitig ist kein anderer Reiseweg so klimaschädlich wie das Fliegen. Wer beim Reisen auf Nachhaltigkeit Wert legt, fragt sich früher oder später, wie sich die Klimawirkung von Flugreisen reduzieren lässt. Es geht nicht darum, das Fliegen generell zu verteufeln, sondern darum, aufgeklärt zu entscheiden.
Flugangebot und Fluggesellschaften
Die Wahl der Fluggesellschaft hat messbare Folgen für die Emissionsbilanz. Flugzeuge der neuesten Generation wie Airbus A320neo oder Boeing 787 verbrauchen bis zu 20 Prozent weniger Kerosin als ihre Vorgänger. Reisende können bei der Buchung gezielt nach dem verwendeten Flugzeugtyp fragen oder in den Buchungsplattformen entsprechende Filteroptionen nutzen.
Wer die Flugoptionen ab Frankfurt entdecken will, findet dort unter anderem Verbindungen über Paris Charles de Gaulle, das zentrale Drehkreuz von Air France. Die Airline, die im Jahr 2024 als beste Fluggesellschaft Westeuropas ausgezeichnet wurde, setzt auf einen modernen und vielfältigen Flottenmix. Zudem hat sie sich ambitionierte Ziele im Bereich Nachhaltigkeit gesetzt, zu denen auch die Verwendung von nachhaltigen Flugkraftstoffen (Sustainable Aviation Fuel, kurz SAF) gehört. Im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin kann SAF während seines gesamten Lebenszyklus bis zu 80 Prozent weniger CO₂-Emissionen verursachen, wobei dies von der genutzten Rohstoffquelle und dem Produktionsverfahren abhängt.
Ein weiterer entscheidender Aspekt ist die Auslastung der Flugzeuge. Voll besetzte Maschinen verteilen die Emissionen auf eine größere Anzahl von Passagieren, was zu einer besseren Effizienz pro Person führt. Das favorisiert insbesondere Hauptverbindungen auf stark frequentierten Strecken.
Warum Kurzstrecken besonders stark ins Gewicht fallen
Nicht alle Flüge sind gleich klimaschädlich. Auf Kurzstrecken ist der Treibstoffverbrauch pro Kilometer nämlich viel höher als bei langen Interkontinentalflügen, da Start und Landung die energiefressendsten Phasen eines Flugs sind. Ein Flug von Frankfurt nach München braucht pro Passagier gerechnet viel mehr Kerosin als ein Flug von Frankfurt nach New York.
Ein Inlandsflug schlägt mit rund 230 g CO₂-Äquivalent pro Personenkilometer zu Buche. Ein Fernzug kommt auf ca. 6 g pro Personenkilometer. Für Strecken unter 700 km ist die Bahn in der Regel nicht nur klimaschonender, sondern auch häufig zeitlich konkurrenzfähig, wenn man die An- und Abfahrtzeiten zum Flughafen mit einrechnet.
Wer dennoch fliegen möchte oder muss, sollte es vermeiden, umsteigen zu müssen: Jeder Umstiegsflughafen bedeutet einen weiteren Start mit überproportionalen Treibstoffverbrauch.
Kompensation, Kabinenauswahl und Reiseverhalten
Die CO₂-Kompensation wird häufig als Lösung angeboten, jedoch sollten die damit verbundenen Aspekte differenziert betrachtet werden. Dienstleister wie atmosfair oder myclimate ermitteln die Emissionen eines Fluges und ermöglichen es, diese durch Investitionen in Klimaschutzprojekte auszugleichen. Dies funktioniert jedoch nur, wenn die Projekte tatsächlich zu weiteren Emissionsminderungen führen, was als Additionalität bezeichnet wird. Zertifizierungsstandards wie Gold Standard oder Verified Carbon Standard (VCS) helfen hierbei als Orientierung.
Die Wahl der Kabine hat erheblichen Einfluss auf die persönliche Emissionsbilanz. Business-Class-Sitze benötigen mehr Platz und somit auch mehr Gewicht pro Passagier. Eine Buchung in der Business-Class kann in Bezug auf die CO₂-Bilanz drei- bis viermal so schwer wiegen wie ein Platz in der Economy-Class auf derselben Strecke. Wer Nachhaltigkeit ernst nimmt, tendiert daher häufig zur Economy-Klasse.
Auch das Gepäck ist von Bedeutung. Jedes zusätzliche Kilogramm erhöht den Treibstoffverbrauch. Leichtes Reisen ist keine bloße Floskel, sondern führt nachweislich, wenn auch in geringem Maße, zu einem reduzierten CO₂-Ausstoß.
Bewusste Reisende können diesen Wandel unterstützen, indem sie bei Buchungen gezielt nach SAF-Optionen Ausschau halten, Direktflüge bevorzugen, Kurzstrecken, wenn möglich, durch Bahnreisen ersetzen und ihre Kompensationsbeiträge an zertifizierte Standards koppeln. Reisen und Verantwortung stehen nicht im Widerspruch zueinander. Sie erfordern lediglich eine erhöhte Achtsamkeit bei der Entscheidungsfindung.

